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ÔĽŅ Schutzma√ünahmen nach VDE 0100

Schutzmaßnahmen nach DIN VDE 0100

Die Vorschrift DIN VDE 0100 definiert die Schutzmaßnahmen die im Umgang mit elektrischem Strom einzuhalten beziehungsweise zu errichten sind.

Wirkung des elektrischen Stromes auf den menschlichen Körper

Elektrischer Srom ist f√ľr den Menschen besonders gef√§hrlich, da er ihn nicht direkt wahrnehmen kann. Ein Mensch kann nur die Wirkung des elektrischen Stromes in Form von chemischer, physiologischer oder W√§rmewirkung wahrnehmen.

chemische Wirkung:

Durch elektrischen Strom wird die Zellfl√ľssigkeit in den Zellen des menschlichen K√∂rpers zersetzt. Damit sterben die Grundbestandteile des menschlichen K√∂rpers ab.

physiologische Wirkung:

Der elektrische Strom st√∂rt die normalen Nervenimpulse. Liegt eine Spannung von au√üen an einem menschlichen K√∂rper an, kann dieses zu Muskelkr√§mpfen f√ľhren. Dies gilt insbesonderer f√ľr das Herz.. Durch Spannungsimpulse aus dem Wechselspannungsnetz mit der Frequenz von 50 Hertz wird das Herz 100 mal in der Sekunde zum Zusammenziehen bewegt. Es kommt zu einem unnat√ľrlich schnellen und oberfl√§chlichem Arbeiten des Herzens, dem sogenannten Herzflimmern, welches zum Herzstillstand f√ľhren kann.

Wärmewirkung:

An jedem ohmschen Widerstand f√§llt eine Leistung in Form von W√§rme ab, auch am menschlichen K√∂rper. Gerade an den Ein- und Austrittsstellen k√∂nnen aufgrund des hohen √úbergangswiderstandes ( P= I¬≤xR) leicht Sch√§den durch W√§rmewirkung entstehen (Strommarken). Zudem l√§sst die Hitze das Eiwei√ü im Gewebe gerinnen und bereits eine Temperaturerh√∂hung um 15¬į bringt die roten Blutk√∂rperchen zum Platzen.

Stromstärkebereiche

Die Stärke mit der sich die beschriebenen Wirkungen zeigen hängt von vielen Faktoren ab. Insbesondere die Stromstärke, aber auch der Stromweg und die Einwirkzeit spielen eine Rolle. Das Gefährdungspotentiall wird durch eine Unterteilung in vier Bereiche, die sogenannten Stromstärkebereiche beschrieben.

Bereich Stomstärke in mA Wechselstrom Wirkungen Folgen
1 2

10 bis 25

leichtes Kribbeln

Lähmungserscheinungen, Muskelverkrampfungen, Blutdruchsteigerung

unkontrollierte Bewegungen durch Erschrecken "Loslassgrenze", Atemlähmung, u.U. Bewusstlosigkeit
2 25 bis 80 Magenverkrampfungen, starke Muskelverkrampungen, Herzkammerflimmern nach l√§ngerer Einwirkzeit √úbelkeit, Knochenbr√ľche durch Verspannungen, Blutkreislauf versagt, Gehirn ohne Sauerstoff, nach etwa 4 Minuten Absterben der Gehirnzellen
3 80 bis 5000 Herzkammerflimmern bereits nach etwa 0,1 Sekunden Einwirkzeit Herzstillstand und Tod
4 √ľber 5000 Starke Verbrennungen, vielfach Herzstillstand, im Allgemeinen kein Herzkammerflimmern Tod aufgrund von Verbrennungen, oft nach Tagen oder Wochen

H√∂chstzul√§ssige Ber√ľhrungsspannung

F√ľr die Berechung der h√∂chstzul√§ssigen Ber√ľhrungsspannung muss der Widerstand des menschlichen K√∂rpers bekannt sein. Da dieser jedoch stark vom physischen Zustand abh√§ngt und sich messtechnisch nur sehr schwer ermittelt l√§sst, verwendet man hier einen Sch√§tzwert von 1000 Ohm, welcher i.d.R.nicht unterschritten wird.

Damit ergibt sich nach U=IxR eine maximale Ber√ľhrungsspannung von 0,025 A x 1000 Ohm =¬†25V

Da man davon ausgeht, dass ein Mensch nie die volle Betriebsspannung √ľberbr√ľcken kann, hat die VDE¬†festgelegt, dass bei Anlagen mit mehr als 50V Wechselspannung als Netzspannung zus√§tzliche Schutzma√ünahmen gegen indirektes Ber√ľhren zu treffen sind. 50V sind die h√∂chstzul√§ssiger Ber√ľhrungsspannung f√ľr Wechselstrom.

Schutz gegen direktes Ber√ľhren



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