Aller Anfang ist leicht. Das gilt zumindest für den Raspberry Pi, wenn man weiß wie man es anstellen muss. In diesem Kapitel wird das nötige Wissen bereitgestellt, um einen Pi das erste Mal in Betrieb zu nehmen. Aber was ist der Raspberry Pi überhaupt und was kann er? Dazu hier ein paar einleitende Worte.

Der Raspberry Pi – Eine kurze Erläuterung

Der Raspberry Pi ist ein Einplatinencomputer der ursprünglich speziell für Lernzwecke entwickelt wurde. Aufgrund seiner Vielseitigkeit hat sich sein Anwendungsfeld in den letzten Jahren aber stark erweitert – über den Hobbybereich bis hin zu professionellen Anwendungen. Mit dem Raspberry Pi ist es möglich relativ schnell einen Einblick in die Welt der Mikrorechner zu bekommen. Außerdem lassen sich auf einfache Art und Weise verschiedenste Projekte z.b. im Bereich Mediaserver, Roboterprogrammierung oder Gebäudeautomatisierung realisieren. Der Raspberry Pi verwendet einen ARM-Prozessor und üblicherweise ein Linux-Betriebssystem.

Die Anschaffung

Im Gegensatz zu vielen anderen Mikrorechner-Systemen ist es beim Raspberry mit sehr wenig Vorkenntnissen möglich, den Rechner das erste Mal ans Laufen zu bringen. Dazu braucht man nur die richtigen Utensilien.

Für den einfachen Start kommt man erstmal mit der elementaren Grundausstattung aus. Ich habe es mir dabei besonders einfach gemacht und als Speichermedium eine SD-Karte bestellt, auf welcher der Installationsassistent NOOBS schon vorinstalliert ist. Dadurch kann man nach der Beschaffung der Bauteile direkt die Inbetriebnahme durchführen.

 

Die Einkaufsliste sieht also wie folgt aus:

  • Raspberry Pi 3 Model B 1 GB RAM
  • Steckernetzteil mit MICRO-USB-Kabel (optional USB-zu-MICRO-USB-Adapter mit Schalter)
  • SD-Karte (16 MB) mit NOOBS Installationsassistenten
  • HDMI-Kabel

 

Alles zusammen bekommt man für ca. 60 € bei den üblichen Elektronik-Versandhändlern.

Außerdem benötigt man noch eine USB-Maus u. Tastatur (idealerweise in kabelloser Ausführung) sowie einen beliebigen Monitor mit HDMI-Anschluss. Dies kann ein PC-Monitor oder auch ein Fernseher sein.

Die Inbetriebnahme

Mit den erwähnten Bauteilen aus der Einkaufsliste gestaltet sich die erste Inbetriebnahme sehr einfach.

Die Anschlüsse

Zum Überblick hier noch einmal der Raspberry Pi mit den wichtigsten Komponenten:

 

Und hier noch einmal die wichtigsten Anschlüsse von vorne:

Für die erste Inbetriebnahme benötigt man davon erstmal nur einige wenige. Als erstes steckt man die SD-Karte in den dafür vorgesehenen Slot. Dann werden die Eingabegeräte Tastatur und Maus an die USB-Anschlüsse angeschlossen und das HDMI-Kabel vom Monitor bzw. Fernseher an den entsprechenden Slot angeschlossen. Ich selbst habe den Raspberry Pi zunächst an meinem Fernseher betrieben, weil ich keinen PC-Monitor zur Verfügung hatte. Für die erste Inbetriebnahme reicht das auf jeden Fall aus. Es sollte nur sichergestellt sein, dass der Monitor eingeschaltet ist und der HDMI-Anschluss als Quelle ausgewählt ist. Als letztes wird die Stromversorgung an den Micro-USB-Anschluss gesteckt. Das Ganze sollte nun so aussehen:

Je nachdem, ob man eine Spannungsversorgung mit oder ohne Schalter hat, fährt der RasPi dann sofort oder nach Betätigen des Schalters das erste Mal hoch.

Die Installation

Wenn man alles richtig angeschlossen hat, was eigentlich nicht schwer ist, gelangt man als erstes zum Installationsmenü von NOOBS. Dort kann man auswählen, welches Betriebssystem auf der SD-Karte eingerichtet werden soll. Für den Einstieg ist hier immer Raspian zu empfehlen. Dieses also auswählen und auf Installation klicken.

NOOBS installiert nun Raspbian auf dem freien Speicherbereich der SD-Karte. Nach Abschluss der Installation wird der RasPi neu gestartet und der Desktop von Raspbian angezeigt:


Zu Beginn ist dieser noch recht leer. Man findet oben die Symbolleiste, mit dem Anwendungsbereich auf der linken Seite und einigen Einstellschaltflächen auf der rechten Seite.

Zunächst wenden wir uns kurz den Einstellungen zu:

Wie unschwer zu erkennen sind die beiden Symbole links die Schaltflächen für Bluetooth und WLAN. Bluetooth ist standardmäßig aktiviert. Ich würde es aber zunächst erstmal ausschalten. Anders beim WLAN. Diese ist standardmäßig deaktiviert. Falls ein drahtloses Netzwerk mit Internetverbindung verfügbar ist, kann man dieses nach einem Klick auf die Schaltfläche auswählen und nach Eingabe der Zugangsdaten hat der RasPi schon Verbindung zum Internet. Rechts vom WLAN-Symbol sind noch die Schaltflächen für die Einstellung der Lautstärke, die CPU-Auslastung, die Uhrzeit und die Schaltfläche zum Auswerfen bzw. abmelden externer Datenquellen wie z.b. USB-Laufwerke.

Nun zu den Schaltsymbolen auf der linken Seite:

 


Über das Himbeer-Symbol hat man ähnlich wie bei der Start-Schaltfläche in Windows Zugriff auf alle Anwendungen. Die wichtigsten sind gleichzeitig über die Symbole rechts davon direkt über die Symbolleiste aufrufbar. Von links nach rechts sind dies:

  • der Web Browser
  • der Dateimanager
  • das LXTerminal, ein Terminal- bzw. Konsolen-Emulator um den RasPi direkt über Befehlseingabe zu steuern
  • das Computeralgebra-Programm Mathematica
  • Wolfram Engine (wird für Mathematica benötigt)

Der Web Browser und der Dateimanager sollten in der Bedienung selbsterklärend sein. Die Mathematikprogramme werden hier vorerst nicht thematisiert. Das LXTerminal wollen wir an dieser Stelle aber schon einmal nutzen.

Passwort ändern

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anpassung des Passworts für das Standard-Benutzerkonto „pi“. Dieses wird über den NOOBS-Installationsassistenten automatisch mit dem Standard-Passwort „raspberry“ versehen und stellt somit eine gewisse Sicherheitslücke dar. Das Passwort sollte daher unbedingt nach der ersten Inbetriebnahme geändert werden. Dazu ruft man das LXTerminal mit einem Befehl das folgende Symbol auf :

und gibt dann ein:

passwd

WICHTIG: als erstes ein Leerzeichen vor dem Befehl eingeben, damit die Tastatureingabe nicht vom Terminalprogramm aufgezeichnet wird. Ansonsten könnte man später über die Log-Datei das Passwort auslesen.

Nun kann man das neue Passwort eingeben.

Zu beachten: Der Cursor bleibt bei der Passworteingabe auf der gleichen Stelle stehen!

Wenn alles funktioniert hat sollte das Ausgabefenster von LXTerminal wie folgt aussehen:

Damit ist die Schnellinbetriebnahme für den Raspberry Pi abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch! Zum Abschluss würde ich vorschlagen, einfach mal durch die weiteren vorinstallien Programme zu schnuppern, bevor es dann in der nächsten Lektion weiter geht.

Um den Raspberry Pi herunterzufahren klickt man in der Statusleiste auf das Himbeer-Symbol und anschließend auf Shutdown:

Danach kann man den RasPi von der Stromversorgung trennen.