elektro-archiv.de

elektro-archiv.de

Die Wissensplattform für Elektrotechnik

Ableitstrom

Ein Ableitstrom ist ein beim regulären Betrieb eines Gerätes vorhandener Strom auf dem Schutzleiter. Das Vorhandensein eines Ableitstromes ist keine Fehlerfall. Dieser darf allerdings nicht so hoch sein, dass ein menschlicher Körper beim Berühren des Gerätegehäuses von einem gefährlichen Strom durchflossen wird. Außerdem darf er nicht zum Auslösen von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen z.b. einem RCD führen.

Entstehung von Ableitströmen

Das Auftreten von Ableitströmen kann verschiedene Ursachen haben. So werden bei Netzfiltern häufig Entstörkondensatoren eingesetzt, welche Störströme gegen den Schutzleiter ableiten.
Auch bei großen Elektromotoren können Ableitströme auftreten. Die Motorwindungen können teilweise so hohe Leitungskapazitäten aufweisen, dass inbesondere bei den durch Frequenzumrichter verursachten hochfrequenten Motorströmen, ein Stromfluss über Blechpakete und Gehäuse des Motors zur Erdung zustande kommt.
Bei Heizkörpern zur Warmwassererzeugung können ebenfalls Ableitströme auftreten. Bei diesen wird die Heizwendel üblicherweise durch eine Keramikschicht und einen umhüllenden Metallmantel vom Wasser abgeschirmt. Damit bei einem Durchbrennen des Heizkörpers keine Gefährdungssituation auftritt, muss der Mentallmantel geerdet werden. Wird ein solcher Heizkörper über einen längeren Zeitraum nicht betrieben, zieht die Keramik Feuchtigkeit, so dass ein geringer Ableitstrom zwischen Heizwendel und Metallhülle fließen kann.

Messverfahren

Berührungsstrommessung

Bei Geräten der Schutzklasse II, sowie metallischen Bauteilen an Geräten der Schutzklasse I, welche keine Verbindung zum Erdpotentialaufweisen, können auch im normalen Betrieb konstruktiv bedingt bei Berührung durch eine Person Ströme über diese fließen. Auch hierbei handelt es sich im Grunde genommen um einen Ableitstrom. Auch der sogenannte Berührungsstrom muss daher messtechnisch überprüft werden.

Ersatzableitstrommessung

Bei einer Ersatzableitstrommessung wird eine Messspannung unterhalb der Netzspannung verwendet, um das Gefährdungspotential für den Prüfenden herabzusetzen. Um den tatsächlichen Ableitstrom zu erhalten muss anschließend auf den Messwert, welcher sich bei Netzspannung ergeben hätte, hochgerechnet werden. Die Ersatzableitstrommessung ist nur dann erforderlich, wenn der Isolationswiderstand unterhalb von 0,5 MOhm liegt.

Vermeidung von Ableitströmen

Bei Heizkörper verringert sich der Ableitstrom oft nach längerem Betrieb wieder von selbst, da die Keramikschicht durch die Temperatureinwirkung wieder austrocknet.



zum Seitenanfang

www.elektro-archiv.de